Nach mehr als 20.000 Kilometern und fast 1.000 Stunden im Sattel – bei The Traka, dem Tour Divide und den FRTHR Races – bleibt beim Coros DURA vor allem eines hängen:
Er wurde von Leuten gebaut, die wirklich verstehen, was BikepackerInnen und UltradistanzfahrerInnen brauchen.
Er ist vielleicht nicht das hübscheste oder funktionsreichste Gerät auf dem Papier.
Aber er ist der Computer, der weiterläuft, wenn schickere Geräte längst nach Strom betteln.
Das hier wird nicht der Artikel mit den poliertesten Fotos – aber anhand meiner Handyschnappschüsse sieht man: Ich habe diesen kleinen Radcomputer wirklich rangenommen!
Transparenz:
Ich habe den DURA, den HRM und eine Apex 2 Pro (Review folgt) von Coros erhalten, wurde für diesen Test jedoch nicht bezahlt – und hoffentlich merkt man meiner „leicht deutschen“ Rezension an, dass das hier meine ehrliche Meinung ist.
Wenn du einen DURA oder eine Coros‑Uhr kaufen möchtest, bekommst du mit dem Code „GRAVGRAV“ ein kostenloses Zubehör.
Los geht’s!

Hard Facts
- Display: 2,7" MIP‑Farbdisplay mit großem Solarpanel
- Bedienung: Touch + Tasten
- Akkulaufzeit: ≈ 120 h GPS (+ Solar‑Boost)
- Gewicht: ≈ 97 g
- Konnektivität: ANT+ / Bluetooth
- Navigation: GPX / FIT, Off‑Track‑Warnungen, App‑Rerouting, Custom Cues & POIs
- Workouts: Strukturierte Workouts, Leistung & HF‑Zielwerte
- Halterung: Garmin‑Style, verschraubt und austauschbar
- Integrationen: Komoot, RWGPS, Strava, Coros App & Coros’ eigenes Training Center
- Alarm: Bewegungssensor mit PIN‑Entsperrung
- Preis: ≈ 280–300 €

Sleep‑Modus: Immer sofort startklar
Das sofortige Starten des DURA kommt nicht von Zauberei, sondern von smarter Energieverwaltung.
Er fährt nicht vollständig herunter, sondern geht in den Sleep‑Modus – und verbraucht dank effizienter Hardware und Solarladung fast keinen Strom.
Ein Knopfdruck, und das Gerät ist sofort wach – keine Ladebildschirme, keine Wartezeit.

Andere Computer sind dafür längst nicht effizient genug – sie würden sich im Sleep‑Modus wahrscheinlich leer saugen.
Irgendwie verrückt, dass das sonst niemand so gut umsetzt. Beliebige Taste drücken, aufs Bike steigen – und der Coros DURA wartet bereits darauf, die Aufzeichnung zu starten.
Diese Geschwindigkeit verändert den Alltag deutlich mehr als jedes schicke Display.
Ehrlich: Seit dem DURA nervt es mich bei anderen Geräten, erst mal einen Boot‑Screen abzuwarten, wenn ich eigentlich losfahren will.

Navigation, die … funktioniert
Unter realen Bedingungen ist die Navigation des DURA angenehm fokussiert.
Die dicke blaue Linie mit Pfeilen bleibt auch nach 15 Stunden noch klar erkennbar.
Trotzdem: Die Lesbarkeit der Karte könnte besser sein – Straßen und Wege verschwimmen optisch, und die Priorität (Asphalt vs. Offroad, Größe, Wichtigkeit) ist nicht immer eindeutig.
Off‑Track‑Warnungen kommen sofort, und eine direkte Linie zeigt, wo du von der Strecke abgekommen bist.
Rerouting erfordert die Smartphone‑App: Es funktioniert, liefert aber nicht immer die besten Optionen. Ohne Empfang – oder wenn du Handy und DURA bewusst getrennt lässt – gibt es kein On‑Device‑Rerouting.

Richtig stark sind POIs und Checkpoints: Verpflegung, Resupplies oder zeitkritische Checkpoints vorab markieren und direkt auf der Karte sehen.
Wenn müdes Hirn auf niedrigen Blutzucker trifft, ist das Gold wert.
Ich weiß, dass Wahoo & Co. nachgezogen haben – aber die Einfachheit der POI‑Anzeige bei Coros gefällt mir wirklich!
Was mir fehlt: ein eigener Bildschirm mit POI‑Liste inkl. Distanzen. Vielleicht kommt das per Update.
Gleiches gilt für eine Übersicht, wie viel Distanz und Höhenmeter auf der geladenen Route noch vor dir liegen – oder eine Climb‑Liste.

Touchscreen & Tasten
Der Touchscreen funktioniert – ist aber nicht großartig.
Pinch‑to‑Zoom ist ungenau, und im Regen kann er mal die Seite wechseln – immer noch deutlich besser als der Hammerhead Karoo 3, der im Regen ein „Rain‑Lock“ braucht, um überhaupt benutzbar zu bleiben.
Ich würde weiterhin jederzeit physische Tasten bevorzugen, aber Coros’ „nicht perfekter“ Touch ist ein guter Kompromiss: Er ruiniert keine Fahrt, und die Tasten übernehmen, wenn’s nass wird.
Schön ist auch: Der DURA lässt sich vollständig mit nur zwei Tasten bedienen. Der Touch ist optional – und das ist gut so.

Akkulaufzeit & Solar‑Boost
Das große rechteckige Solarpanel dominiert die Front – ein bisschen brutalistisch, ein bisschen Darth‑Vader‑Helm – und das Ding funktioniert hervorragend.
Beim Tour Divide musste ich den DURA in knapp zwei Wochen nur viermal laden.
Du hörst auf, über Strom nachzudenken.
Kein nervöser Blick auf den Prozentbalken, kein nächtliches USB‑Laderitual.
Für Ultradistanz‑FahrerInnen rechtfertigt allein das den Kauf.
Ich kam mit unter 10 % Akkustand am Grenzzaun nach Mexiko an – ohne Stress. Ich habe gelernt, dem DURA zu vertrauen.
Wahoo, Hammerhead und Garmin setzen auf größere Displays, mehr Gewicht, Smartphone‑Features.
Der DURA setzt auf Ausdauer, Effizienz und Gelassenheit – genau das, was seine Zielgruppe will.
Routen‑Sync & Zuverlässigkeit
Ich hatte nie einen Garmin, aber im Vergleich zu Wahoo und Hammerhead gewinnt Coros hier klar an Zuverlässigkeit.
Das Syncen von Komoot oder RWGPS ist unkompliziert und schnell – diese mysteriösen „Sync fehlgeschlagen“-Fehler, die viele Wahoo‑User kennen, hatte ich hier praktisch nie.
Die Routenverwaltung in der COROS‑App steckt weiterhin im etwas versteckten Explore‑Tab, mit einfacher Filterung und ca. 50 Routen Kapazität.
Aber: Hast du die richtige Route gefunden, läuft der Transfer schnell und fehlerfrei.
Auf dem DURA ist die Routenauswahl simpel, Basics wie „Route umkehren“ sind vorhanden, neue Routen lassen sich auch während der Fahrt starten – die Grundlagen passen.
Im Gegensatz zur Hammerhead‑App – die eher ein minimaler Helfer mit wenig Funktionen ist – wirken Coros’ Mobile‑ und Web‑Ökosystem wie echte Begleiter. Wahoo hat hier wohl auch endlich aufgeholt, ich habe die neuen ELMNT computer aber noch nicht getestet.
Die App liefert viele Auswertungen und Grafiken sowie Sharing‑Optionen für Social Media.
Man merkt aber auch: Die App ist primär für LäuferInnen gedacht.

Workouts & Trainingstools
Mit dem DURA kannst du heute schon wie ein Profi trainieren.
Strukturierte Intervalle, leistung‑ oder HF‑basiert, plus weitere Trainingsmetriken wie RPE – inklusive klarer Hinweise während der Einheit.
Was an Bequemlichkeit (noch) fehlt:
- Auto‑Sync geplanter Workouts aus externen Apps (aktuell nur TrainingPeaks – nicht mein Favorit; XERT, bitte! :) )
- Reichhaltige On‑Device‑Visualisierung (Intervallbalken bilden Werte/Dauer nicht sauber ab, Farben verwirren teils) und mehr Datenfelder
- Native Importe wie
.ZWOsowie adaptive Trainingsoptionen - Merkwürdig: Man kann während einer Fahrt kein laufendes Workout beenden und ein neues laden
- Workouts lassen sich nicht pausieren oder einzelne Blöcke überspringen
Dafür gleichen Coros‑App und Training Center (Web) vieles aus – mit guten Analysen und Visualisierungen.
Sie tracken bereits Training Stress, Schlaf, Recovery, Fitness/Fatigue und mehr – und führen Daten aus DURA und Coros‑Uhren sinnvoll zusammen.
Coros erreicht vielleicht noch nicht die Funktionsfülle von Garmin Connect, ist für Ausdauerathleten aber überraschend komplett – datenstark, präzise und hilfreich.
Man könnte sogar sagen: Wenn Coros die App mit mehr automatisierter Analyse und Trainingsempfehlungen ausstattet, wird das eine echte WHOOP‑Alternative. Ob man das will, ist Geschmackssache. ;)
Screens & Sensoren
Das Anpassen der Datenseiten für unterschiedliche Bikes ist einfach und schnell.
Layouts mit mehr oder weniger Feldern, eigene Navigationsseiten, Leistung, Steigung oder Kadenz – alles möglich.
Sehr gelungen sind die kompakten Graphen: z. B. Leistung inkl. aktuellem Output, Avg, NP und Zonen – übersichtlich in einem Bildschirmabschnitt.

Das Split‑Screen‑Feature ist interessant, ich nutze es persönlich aber selten.
Alle gängigen ANT+‑ und Bluetooth‑Sensoren koppeln sofort und bleiben verbunden.
Nur Nischensensoren wie Reifendruck‑Systeme werden derzeit nicht unterstützt. Hoffentlich kann ich meine Gravaa‑Naben bald koppeln.

Climb‑Modus, Benachrichtigungen & Alarm
Der Climb‑Modus funktioniert, aber Start/Stopp‑Logik und die Farbskala für Steigungen könnten besser sein.
Ich frage mich manchmal, warum Segmente beginnen/enden, wo sie es tun. Tiefes Rot erscheint mir zu früh – für mich ist Rot eher >10 %, sonst verliert man den Überblick, wo es wirklich steil wird.
Telefon‑Benachrichtigungen funktionieren einwandfrei (ich lasse sie meist aus).
Der Alarm ist eines meiner Lieblingsfeatures im Alltag: Bewegt jemand das Bike, piept der DURA, bis du die PIN eingibst. Perfekt für Café‑Stops.
Klar, man kann das Gerät einfach abnehmen und mit dem bike weg laufen – aber es sorgt für Aufmerksamkeit, vor allem an belebten Orten.
Warum nicht zusätzlich eine digitale Fahrradklingel? Dreimal auf den Screen tippen – fertig. Laut genug ist der DURA!

Ästhetik & Verarbeitung
Der DURA ist nicht zimperlich.
Das große Solarpanel dominiert die Front – wirkt fast industriell und eben ein bisschen wie ein Darth‑Vader‑Helm am Lenker.
Funktional? Ja. Dezent? Auf keinen Fall.
Mir gefällt diese Ehrlichkeit.
Er ist solide, im Wettbewerbsvergleich trotzdem leicht. Tasten mit klarer Rückmeldung, ein Gehäuse, das Schlamm und Vibrationen wegsteckt, nichts wackelt.
Bei zwei (Software-) Crashes hat er die Datei gespeichert, neu gebootet und mit einer neuen Aktivität einfach weiter gemacht. Die gecrashte Aktivität war gespeichert.
Manchmal spinnt das Drehrad etwas – ein weiterer Dreh behebt das aber eigtl immer. (Wahrscheinlich Staub und Dreck – und meine Faulheit beim Putzen.)
Die austauschbare Garmin‑Style‑Montageplatte ist einfach geniales Engineering.
Wenn die bricht, musst du nicht das ganze Gerät entsorgen – Wahoo‑User kennen das Problem.
Und vielleicht kommt irgendwann ein Wahoo‑Adapter: Platte tauschen statt alle Mounts am Rad. Vielleicht ist das aber auch nur „mein“ Problem.
Der größere Kontext – Für wen ist das?
Der DURA ist schnell zum Kultgerät unter BikepackerInnen, Gravel‑RacerInnen und MinimalistInnen geworden.
Nicht, weil er der fortschrittlichste Radcomputer wäre, sondern weil er genau das liefert, was diese Fahrer verlangen: Zuverlässigkeit, Einfachheit, Ausdauer.
Es fühlt sich an, als würde Coros gerade den disruptiven Pfad gehen, den Wahoo einst mit dem ersten BOLT eingeschlagen hat: bezahlbar, zweckmäßig, von Nutzern gedacht – nicht vom Marketing.
Angesichts Garmins Marktmacht ist Coros’ Tempo beeindruckend.
Subjektiv sehe ich erstaunlich viele DURAs in Social Media.
Der sehr konkurrenzfähige Preis von rund 280 € trägt sicher zum Aufstieg bei.
Und ja – bald kommt ein eigener Artikel zur Frage, ob Watch‑Technologie heimlich die bessere Bike‑Computer‑Architektur ist. (Spoiler: Könnte sein.)

Coros HRM – Das perfekte Paar
Der Arm‑HRM von Coros ist der beste Herzfrequenzsensor, den ich bisher genutzt habe.
Bequem, stabil, konsistent – und nach fast einem Jahr harter Nutzung immer noch am Leben.
Die Akkulaufzeit könnte einen Tick länger sein, aber Genauigkeit und Tragekomfort überzeugen.
Wenn du – wie ich – einen schmalen Oberkörper hast, wirst du froh sein, Brustgurte loszuwerden: Sie rutschen, messen oft ungenau und gehen schnell kaputt.
Der Coros HRM hat mich positiv überrascht.

Fazit
Der Coros DURA beweist, dass Ausdauer keine Komplexität braucht.
Er ist sofort da, läuft ewig, überlebt alles.
Während andere größer, heller und schwerer werden, setzt Coros auf Effizienz und Fokus – und trifft damit (in manchen, wichtigen Punkten) ins Schwarze.
Wenn deine Fahrten sich eher in Tagen als in Stunden messen – und „connected“ für dich vor allem Bike und Landschaft bedeutet – ist das der Computer, dem du vertrauen kannst.
Support gravgrav.cc
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