Max Marquardt - "Auf Asphalt"

Der Gründer von CLEAT Mag hat ein Buch geschrieben. Natürlich haben wir alles darüber erfahren müssen!

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Im Jahr 2020 kontaktierte mich Max wegen der Geschichte unseres Filmprojekts “rEUnion”. (Hast du den nicht gesehen? Schau ihn hier!) Er berichtete darüber auf seiner eigenen Seite CLEAT Mag und ihr wisst ja, wie das ist. Man bleibt in Kontakt. Man bleibt über die sozialen Medien in Verbindung und ab und zu schreibt man sich eine SMS, weil der andere gerade so coole Sachen macht.
Aber dieses Mal wollte ich richtig reden. Ich wollte länger reden und mehr über die Person erfahren, die ich nur aus der digitalen Welt kenne. Wir telefonierten also, um über sein Buch zu sprechen, aber auch über SOOOO viel mehr!

Auf Asphalt ein Buch von Max Marquardt

Max ist bei der Bundeswehr beschäftigt, was er als eine Liebes- und Hassbeziehung zugleich beschreibt. Er ist ein professioneller Journalist mit viel Erfahrung in seiner 13 Jahre langen Karriere. Aber die meiste Zeit steckt er in seine Radjournalismus-Plattform “CLEAT”. Natürlich verfolgen wir alle den Traum vom Leben als Radfahrer! Max hat Leidenschaft für den Straßenradsport und wir können ihn ohne Zweifel als Experten bezeichnen. Genug der Vorrede über den Mann mit dem sehr sympathischen Namen. Dieser Mann hat ein Buch geschrieben! Hier kommen die Fakten, das Warum und das Was.

Max, warum? Ist Print nicht tot?

Es war an der Zeit. Zeit, über Rennradfahren zu schreiben. Zeit, über die wahrscheinlich größte Leidenschaft in meinem Leben zu berichten. Weisst du, ursprünglich habe ich ein altes Rennrad gekauft, nur weil es schön war. Ich wollte es mir an die Wand hängen, ohne die Absicht, es je zu fahren. Ich mochte die Ästhetik und die Tatsache, dass diese Maschine so einfach war, aber gleichzeitig ein Objekt der Schönheit und ein Meisterwerk der Ingenieurskunst.
Aber du weißt ja, wie es läuft: Irgendwann nahm ich es von der Wand und fing an, es zu fahren. Nichts Ernstes, nur durch die Stadt, mit Jeans und normalen Pedalen. Und ich habe mich total verliebt! Einfach wow. Ich war mit dem Fahrradvirus infiziert. Ein Kaninchenbau, dem ich nicht mehr entkommen konnte. Es ging weiter und weiter mit fixed gear, Alley Cats und all den schönen Variationen, die das Radfahren für uns bereithält.
All das begann in einer grausamen Zeit für den Radsport:
Schreckliche Trikots, RTFs (die sehr unsexy deutsche Version eines Gran Fondo) und eine Radsportkultur, die so alt und abstoßend für junge aufstrebende Fahrer war, dass diese alle zu den cooleren Formen des Radsports wie MTB etc. flohen.
Diese Leidenschaft und das Erbe des Straßenradsports lassen sich nur schwer in Worte fassen. Aber ich wollte es probieren. Also kündigte ich meinen Job beim Playboy und schrieb “Auf Asphalt” , um mein Wissen an Anfänger, aber auch an Profis weiterzugeben, die mal was zum Lachen haben wollen.

Max ist definitiv ein erfahrener Rennradfahrer

Moment, Playboy? Wir reden über das Magazin mit nackten Frauen und all dem?

Haha, nun ja, tatsächlich hat [der Playboy] (https://www.playboy.com/custom/read) einen sehr guten Ruf, er ist ein hochkarätiges Printmagazin in Deutschland, aber auch weltweit.
Es war eine Ehre für mich, dort zu arbeiten, zumal man sehr viel Zeit und Ressourcen für die Recherche hat. Das ist im Journalismus keine Selbstverständlichkeit mehr. Ich würde es sogar als Luxus bezeichnen.
Lassen mich eines klarstellen: Der Playboy war in der Tat eine der ersten feministischen Zeitschriften der Welt. Damals hat das Magazin viel zur Emanzipation der Frauen beigetragen, von denen normalerweise erwartet wurde, dass sie schweigen und den Haushalt führen. Im Playboy wurden sie stark und unabhängig dargestellt und brachen die ungeschriebenen Gesetze der Ehe.
Natürlich ging es dabei auch um sehr schöne Frauen.

Max beim Playboy magazine

Zweifellos hast du gelernt, dich in dieser Hinsicht zu verteidigen! Aber zurück zu deinem Buch. Wirklich, Italopop? Und was ist so besonders an Italien? Ist es etwas was nur deutsche verstehen?

Natürlich muss es Italien sein. Zunächst einmal ist es DAS Land zum Radfahren. DIE Radsportnation. DAS Erbe und kulturelle Fundament unseres Sports. Wenn du jemals einen der [legendären Pässe in den Dolomiten] (https://gravgrav.cc/en/article/klaus-irsara-alta-badia) bezwungen hast oder die Leidenschaft erlebt hast, während der du bei einem der legendären Rennen am Strassenrand stehst, dann weisst du, wovon ich spreche.
Italopop ist auf eine seltsame Art und Weise ein Teil davon. Ich habe diese Band “Roy Bianco and the Abbruzzanti Boys” entdeckt. Sie schrieben ein wirklich kitschiges Lied über den Giro d’italia. Über die Liebe zu Italien als Nation, aber auch über die Liebe zum Radsport. Ich musste Roy interviewen und ihn nach der Verbindung von Italien und dem Radsport fragen. Die wirkliche Antwort auf diese Frage findest du im Buch.

Sneakpeek ins Buch "Auf Asphalt"

Was für ein Verkaufsexperte du doch bist. Aber dann hast du auch How To’s hinzugefügt. Es ist also eigentlich ein Buch für Anfänger?

Hör mir zu: Wenn du ein erfahrener Radfahrer bist, kennst du die ungeschriebenen Gesetze des Radfahrens. Und natürlich müssen wir über sie lachen, denn sie sind absurd. Es ist also ein Ratgeber für alle, der aber hoffentlich auch die “Profis” zum Lachen bringen wird.
Fakten wie die, warum man keine Pumpe an das schöne Kunstwerk Fahrrad montieren kann. Ich habe sogar die Geschichte aufgenommen, wie ich vom Postboten vor meinem Haus belehrt wurde, weil die Länge meiner Socken nicht stimmte und die Farben nicht zusammenpassten.

Max schreckt nicht einmal vor Bikepacking und overnighters zurück

Und irgendwie hast du es geschafft, auch eine Sammlung deiner Lieblingspassstraßen und -routen herein zu stopfen.

Ja, das habe ich. Traditionelle Highlights wie die Sella Ronda oder der Mt. Ventoux, aber auch persönliche Highlights und versteckte Perlen.
Ich habe auch Tipps und Highlights für gute Einkehrmöglichkeiten und einige Geheimtipps, die ihr nicht im Internet finden werdet, aufgenommen. Der Punkt ist, dass nicht alle mit dem Radfahren zu tun haben. Wenn man in einer schönen Gegend radelt, muss man sie auch genießen. Ihr könnt auch etwas anderes tun, wenn ihr schon dort seid.
Es ist schön, ein Amateur-Radfahrer zu sein. Und man sollte die Tatsache genießen, genau das zu sein. Du musst nicht “Profi” spielen. Look pro go slow!
Wir müssen davon wegkommen, so zu fahren, als würden wir verfolgt werden, und uns darauf konzentrieren, einfach eine gute Zeit zu haben. Natürlich muss man ein bisschen leiden, um die wahre Herrlichkeit des Radsports zu entdecken. Man muss fit sein, aber man muss definitiv nicht der nächste Jan Frodeno werden.

Look pro go slow!

Gut gesprochen. Die unausweichliche Frage: Aero-Rennrad oder klassischer Stahlrahmen?

Es kommt darauf an, was man machen will! Ich persönlich besitze beides und ich liebe Stahl. Es ist einfach eines der zuverlässigsten Materialien. Aber für Rennen? Da wähle ich natürlich ein leichtes Carbon-Rennrad.
Es ist wichtig, das richtige Werkzeug für die entsprechende Aufgabe zu verwenden. Aber wenn man ein “Zahnarzt-Rad” besitzt, ist man automatisch verpflichtet, die entsprechenden Fähigkeiten zu besitzen!

Max fährt alle Arten von Fahrrädern: Stahl, Karbon, Aluminium - was immer Spaß macht.

Und nicht zuletzt: Wir verstehen, dass du ein Roadie bist. Aber was ist mit Gravel und Bikepacking? Wann wirst du ein Buch über diese Themen veröffentlichen?

Es ist alles da. Die Ideen, alles ist vorbereitet. Ich werde etwas darüber veröffentlichen und ich möchte auf jeden Fall ein weiteres Buch schreiben.
Eher sogar über die Geschichte des Cyclocross. Die Geschichte dieses Sports ist faszinierend und muss beleuchtet werden!
Rennradfahrer Max und sein Buch

Vielen Dank für dieses nette Gespräch am Telefon. Wir sind beide unterwegs, aber tief verbunden durch die Leidenschaft für den Radsport. Das Buch ist am 21. März 2022 erschienen. Ihr könnt es hier kaufen. Ich kann es kaum erwarten, Max persönlich zu treffen und mit ihm eine Runde zu fahren oder einfach nur ein Bier zu trinken und so zu tun, als wären wir Super-Radprofis.